Facebook Marketing – braucht man nicht

Facebook Marketing - auch in 2021 das Toptool

Facebook Marketing braucht man nicht“ ist eine gewagte These. Doch wer kann einem diese Aussage verübeln? Nach einigen Datenskandalen und immer mehr kommerzialisierten Werbeteasern im Feed scheint das Portal schwächer zu werden.

Jedoch gibt es mehrere gute Gründe, dennoch auf der wichtigsten Social-Media-Plattform der Welt stattzufinden. Der elementarste Grund ist wohl die stabile Anzahl von 30 – 32 Millionen Usern im deutschsprachigen Raum und dazu die 2,7 Billionen User weltweit. Je nach Quelle schwanken die Werte etwas, sind jedoch die letzten Jahre stabil geblieben.

Rein von dieser Datenbasis her betrachtet geht an dem Portal im Hinblick auf ein umfassendes Unternehmensmarketing kein Weg vorbei. Ein weiterer Grund ist, diese Plattform, welche auch gleichzeitig ein riesiger Werbespielplatz ist, unter keinen Umständen allein der Konkurrenz zu überlassen. Es ist also geboten, alleine schon um dem Wettbewerb standzuhalten, dieses Potenzial zu nutzen.

Jenseits dieser Faktenszenarien gibt es einen weiteren und vielleicht den wichtigsten Grund. Man kann ihn unter folgendem Satz ganz gut zusammenfassen: „Ich möchte nichts mit Facebook zu tun haben, Facebook aber sehr wohl mit mir.“ Dieser Satz beinhaltet viel Wahrheit und stellt gut dar, dass man sich zwar aktiv von Facebook auch als Unternehmen fern halten, jedoch das Netzwerk trotzdem eine Präsenz des Unternehmens erstellen und mit Leben füllen kann. Getreu dem Motto: Ich bin da und fremdbestimmt. Im Klartext keine befriedigende Situation.

Facebook Marketing -Zahlen

Der Erfolg einer Social-Media-Plattform wird anhand der Anzahl der User und deren Engagement gemessen. Die Formel hierfür ist ein hoher Totalwert der gesamten Userschaft plus ein hoher Wert an Engagement. Unter dem Begriff Engagement sammelt man die Aktivitäten der Nutzer. Jeder Klick, Smiley, Kommentar oder Share zählt hierbei mit in die Berechnung.

Vor diesem Hintergrund attestiert man Facebook einen sehr hohen Stellenwert  in der Social-Media-Welt und betrachtet es als Branchenprimus. Abgesehen von der Plattform „WeChat“ gibt es global gesehen keine bis sehr wenig Konkurrenz. Bei der Betrachtung der Userzahlen gilt es zu beachten, dass Instagram (welches ebenfalls zum Facebook-Universum gehört) nicht berücksichtigt ist. 

Wir überlassen das Feld dem Wettbewerb?

Die Fakten sprechen für sich, und alleine von den schier unendlichen Möglichkeiten in Bezug auf Zielgruppenansprache und Targetierung führt kaum ein Weg an Facebook bzw. Facebook-Marketing vorbei. Nun kann man natürlich dennoch darauf verzichten und dieses Feld völlig außen vor lassen. Was man bei dieser Rechnung auf dem Schirm haben sollte, ist jedoch, dass der eigene Wettbewerb definitiv Facebook nutzen wird. Nutzen in Form von Vergrößerung der eigenen Reichweite, Verbreiterung der Kundenansprache, Mitarbeitergewinnung oder bei der Kreation und Wahrnehmung des eigenen Image. Daher stellt sich für jedes Unternehmen die wichtige Frage: Möchte man die größte Social-Media-Plattform und die am besten zu erreichende Zielgruppe ungenutzt lassen und damit wichtiges Potenzial für die eigene Unternehmensentwicklung brach liegen lassen?

Facebook Marketing geht von alleine

Ein interessanter Mythos, der sich auch in 2021 wacker hält, ist die Aussage: Wenn ich nichts auf Facebook mache, dann weiß Facebook nichts von meinen Unternehmen, und somit ist alles gut.

Falsch.

Es gibt innerhalb der Plattform mannigfaltige Optionen, um ein Unternehmen, einen Ort, einen Verein oder eine Person zu markieren und somit „entstehen zu lassen“. Der Content von Facebook ist von Usern gemacht. So haben auch die User die Chance, Unternehmen auf Facebook zu markieren, und dies ist die Basis dafür, dass in absehbarer Zeit und mit genug Content eine Seite zum Unternehmen von sich aus entsteht. So entstehen automatisch generierte Seiten, auf die das Unternehmen selbst erst einmal keinen Einfluss hat. 

Das Interessante ist, dass viele Unternehmen nicht mal von der Existenz dieser automatisch generierten Seiten wissen. Somit kann sich hierbei eine Präsenz aufbauen, die ohne jegliche Kontrolle wächst. 

Ignorieren funktioniert nicht

Wenn man die Fakten ignoriert und das erfolgreichste Social-Media-Netzwerk nicht in die eigenen Marketingbestrebungen aufnimmt, und somit in Kauf nimmt, dass der Wettbewerb im wahrsten Sinne des Wortes einen Wettbewerbsvorteil genießt, dann kommt man jedoch nicht umhin, sich darüber im Klaren zu sein, dass Facebook irgendwann doch Teil des eigenen PR- und Marketing-Universums wird.

Ignorieren btw. Augen zu und durch ist hierbei ein schlechter Ratgeber. Man darf es auch unschön oder schlecht finden – die Gegebenheiten im Web und dessen Regeln gelten dennoch, und Facebook ist, wie Google, wesentlicher Bestandteil davon; diese Macht wird man als Unternehmen immer merken!

Warum das Ganze

Um an dieser Stelle all die Widrigkeiten, Zahlen und Fakten etwas weicher darzustellen, anbei eine Auflistung, weshalb man überhaupt Facebook Marketing betreibt. 🙂

Facebook Marketing oder die Kunst, selbstbestimmt im Web zu sein

Zusammenfassend kann man sagen: Facebook ist da und wird nicht gehen. Dies ist ein Fakt (so lange keine Zerschlagung seitens der US-Regierung kommt), und damit sollte man als Unternehmen arbeiten.

Sich beschweren, es schlecht finden etc. ist legitim und an vielen Stellen angebracht. Jedoch darf man, gerade als Marketingverantwortlicher, die Möglichkeiten nicht unterschätzen. Nie zuvor konnte man zielgruppengerechte Ansprache mit so geringem Streuverlust initiieren. Live und direkt mit Kunden, Interessenten, Fans, Mitarbeitern oder potenziellen Bewerbern kommunizieren; nah und unverblümt die Reaktionen von Kunden aufnehmen, Kritik und Lob ohne Umwege registrieren und darauf reagieren.

Facebook bietet somit vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation mit dem eigenen Markt, die es zu nutzen gilt. Wegsehen und Ignorieren funktioniert nicht. Unser Rat: Nehmt das Zepter in die Hand und bestimmt selbst, wie man im Web und Facebook wahrgenommen werden möchte. Nie war es einfacher.